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13.01.2016 - Mein erstes Wochenende

So, da bin ich ja schon wieder!

Es geht mit Riesenschritten voran Richtung Wochenende, also nutze ich die Gelegenheit um euch von meinem letzten zu erzählen. Um ehrlich zu sein ist das mein zweiter Versuch – als ich es am Montag schon mal fast fertig hatte, ist mein Laptop abgestürzt. Hoffentlich funktioniert es diesmal…

Am Freitag ist nicht Großes passiert, nachdem ich von der Arbeit nach Hause gekommen bin, habe ich bei Karen an der Tür angeklopft. Sie war letzte Woche krankgeschrieben und hat sich stundenlang Serien angeschaut. So kann man den Netflix Probemonat sehr effizient ausnutzen!

Wir saßen eine Weile bei ihr im Zimmer und nachdem wir ein paar Folgen Gossip Girl zusammen geschaut hatten, fingen wir an zu überlegen was wir am Wochenende unternehmen könnten. Das Wetter sah nämlich mit 2 Grad und Regen eher bescheiden aus. Deshalb suchten wir nach Alternativen für unsere downtown walking tour, die es in Detroit gibt. Die Zeit würden wir schon irgendwie zusammen umkriegen und zur Not einfach einen gemütlichen Tag im Bett mit mehr Gossip Girl einlegen.

Samstagmorgen war es dann aber relativ trocken draußen und sogar ziemlich warm bei ungefähr 7 Grad. Gegen Nachmittag kam sogar die Sonne raus und so haben Karen, Nicole und noch eine andere Bekannte von ihr, Sophia, uns das Auto geschnappt und sind nach Detroit losgefahren. Man muss wirklich gestehen dass man sieht, wie sehr die Stadt in den letzten Jahren gelitten hat – und doch ist sie einen Besuch absolut wert! Die Gegend in und um downtown ist sehr american-city-like: Sehr viele hohe Gebäude und viel Verkehr. An manchen Ecken änderte sich die Perspektive völlig, wenn man sich einfach nur umdrehte. Auf der einen Seite verfallene Gebäude und auf der anderen Seite alte Wohnungen, die restauriert und als Luxuswohnungen verkauft werden.

Unser Guide war ein sehr lustiges Kerlchen – sein Spruch zu Anfang der Tour war: Just follow the black guy with the red jacket! Wir sind um die zwei Stunden durch die Innenstadt gelaufen und durften uns einige interessante und lustige Anekdoten über Gebäude und die Personen dahinter anhören. Er führte uns auch in weniger besuchte kleine Straßen und empfahl uns verschiedene kleine Cafés, unter anderem auch einen Pub, dessen Räumlichkeiten früher als Verkaufshaus für Zugtickets verwendet wurde. Bis die Leute aufhörten, mit dem Zug zu fahren.

Wir sahen unter anderem auch das berühmte Renaissance Center (kurz: RenCen), das man auch kostenfrei besuchen und mit dem Aufzug hochfahren kann. Allerdings werden wir das noch einmal separat machen, da wir nur von weitem daran vorbei gelaufen sind. Dafür konnte man auf die andere Seite des Detroit river sehen – der eigentlich gar kein Fluss ist, da er lediglich Lake Erie und Lake Michigan verbindet – und den Kanadiern auf der anderen Seite winken.

Nach den zwei Stunden draußen war uns trotz der verhältnismäßig warmen Temperaturen sehr frisch um die Nase und wir kehrten in ein kleines Café ein, das seine eigene Kaffeerösterei als Deko mitten im Laden installiert hatte. Zwischendurch wurde es dann ziemlich laut und wir mussten uns über den Tisch anbrüllen, als die Kaffeebohnen gemahlen wurden. Wir bestellten uns vier große Kakao und quatschten noch eine Weile – immerhin kannte ich die anderen noch kaum.

Am späten Nachmittag fuhren wir dann zurück nach Royal Oak, nachdem wir für mehrere Stunden umsonst mitten in downtown geparkt hatten (fragt nicht, wie wir das geschafft haben!) und kehrten in Sophias Haus ein. Dort sollte an dem Abend ein get together stattfinden, es standen schon Snacks und Getränke überall bereit. An ihrem überraschten Gesichtsausdruck ließ sich ableiten, dass sie bis dato nichts davon gewusst hatte.

Der Rest von uns Mädels wurde auch herzlich eingeladen – doch wir fuhren erst einmal jeweils wieder nach Hause, um zu Abend zu essen. Auf dem Weg zu uns einigten Karen und ich uns darauf, an Wochenenden gemeinsam zu kochen. Das lohnt sich für uns beide viel mehr. Ich machte mit meinem Pfannkuchen Angebot den Auftakt für diese Tradition, und für eine tiefgründige Freundschaft als ich Karen versicherte, sie müsse sich nur aufs Sofa setzen und warten bis alles fertig sei.

Die Jungs steckten bei dem Geruch nach Essen sofort ihre Nasen vor ihre Zimmertüren und schauten neidisch auf den sich mit mehr und mehr Pfannkuchen füllenden Teller. Später entschieden Karen und ich, dass uns nicht nach Party zumute war und Nicole kam mit Snacks vorbei. Wir schauten einen relativ handlungsschwachen aber konsequenterweise auch irre lustigen Film und lachten über uns selbst, weil wir abwechselnd um die Wette gähnten – um halb elf Samstagabend! Ich schiebe das ganz klar auf die frühe Dunkelheit und die niedrigen Temperaturen.

Die bescherten uns dann in der Nacht auf Sonntag mit einer netten Ladung Schnee – und es hörte auch erst einmal nicht auf. Wir waren mit Kathi, einer Freundin von Fabian (meinem Mitbewohner) zum Brunch verabredet. Nach einer heißen Dusche wappnete ich mich mit extra Socken, Mütze, Handschuhen, zwei Schals und der dicken Winterjacke. Als ich nach unten ins Wohnzimmer ging erzählte mir Karen jedoch, dass wir abgeholt würden anstatt die circa zehn Minuten zu unserer Brunchlocation zu laufen. Diese Angewohnheit schlägt leider auch sehr schnell auf die Deutschen über, das ständige mit-dem-Auto-überall-hin-Gefahre.

Im gefühlten Schritttempo fuhren wir auf die nächstgrößere Straße und konnten in den Schneewehen kaum Straßenschilder erkennen. Ich war wirklich froh, nicht der Fahrer zu sein. Als wir einen Parkplatz gefunden hatten und durchgeschüttelt von der einen Minute zwischen Auto- und Haustür ins Café stolperten, bestellten wir uns sofort warme Getränke und süße Frühstücksspeisen. Das mit dem Buffet ist hier nicht so Gang und Gebe.

Nachdem wir uns aufgewärmt hatten, machte sich schnell ein winterlich-romantisches Gefühl ein: Während wir drinnen zwischen altmodischer Einrichtung saßen und Cappuccino tranken, schneite es sich vor den Fenstern ein. Da Wasser umsonst serviert und ständig neu aufgefüllt wird, sahen wir keinen Grund, uns sehr bald auf den Rückweg zu machen, selbst als wir schon fertig gegessen hatten. Wir lernten uns alle besser kennen, tauschten uns über Erfahrungen, bisher unternommene Städtetrips und das allgemeine Erlebnis USA aus.

Da ich dann aber doch um 14 Uhr zum skypen verabredet war und das Café unseren Tisch brauchte, machten wir uns am frühen Nachmittag auf den Rückweg. Ich hatte mir fest vorgenommen, an dem Sonntag meine Lebensmitteleinkäufe zu erledigen – unabhängig vom Wetter. Einen weiteren Tag hätte ich nicht warten können, abgesehen davon dass mir die Zeit gefehlt hätte, quer durch die Stadt zu tuckern. Gott sei Dank hörte es an irgendeinem Punkt auf zu schneien und ich musste (nur!) die 15 cm von meinem Auto schaufeln.

Der Einkauf war dann auch super erfolgreich (ja, ich gebe zu: Mama hatte mir ein paar Tipps zu Rezepten gegeben und ich hatte einen detaillierten Einkaufszettel) und ich war bester Laune, als ich zurück nach Hause fuhr. Andrew war sehr amüsiert über meine kindliche Freude, als ich meine 10 Plastiktüten auf dem Küchenboden ausbreitete und alles sorgfältig sortierte. Ich kochte am Sonntagabend allerdings nicht, da ich vom Brunch noch relativ gesättigt war.

Es kam kurz später ein anderer Praktikant von Ernst & Young vorbei, der mit Karen zusammen arbeitet. Ein neuer Praktikant sollte in Kürze in Detroit landen und die zwei hatten sich für den Abtransport bereit erklärt. Später sollte dann noch ein Abschiedsessen eines anderen Praktikanten (es gibt hier tausende!) in einem koreanischen Restaurant stattfinden.

Bis es Zeit dafür war, saß ich mit Andrew im Wohnzimmer und wir haben uns sehr nett unterhalten. Er ist wirklich ein total lieber Kerl und wir haben jeden Abend dieses „Hello, I am home! How was your day?“-Happening. It’s pretty cute, though. Wir verstehen uns sogar so gut, dass wir gestern zusammen aus waren, um mit ein paar Freunden von ihm in einer Bar um die Ecke an einem Quizabend teilzunehmen. An allen Ecken lernt man neue, nette Leute kennen. Gut, dass mein iPhone keine Obergrenze für meine Kontaktliste vorsieht.

Meine Laune steigt auf jeden Fall exponentiell an

 Das mit den Fotos klappt noch nicht so ganz, ich versuche es beim nächsten Mal.

 

13.1.16 20:02

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