Letztes Feedback

Meta





 

09.01.2016 - Erste Arbeitswoche

Okay, da ich von überall gefragt werde, kommt hiermit Eintrag Nummer Zwei über meine erste Arbeitswoche! Es ist zwar erst eine Woche, aber erzählen kann ich trotzdem schon eine ganze Menge!

 Da ich nun Montag mein Auto noch nicht hatte, hat Blessy - die Personalerin mit der ich auch vorher Kontakt hatte - mich abgeholt. Auf der Arbeit musste ich erst mal einen großen Haufen Papierkram erledigen und saß danach den halben Tag bei Andrew im Büro, da mein Arbeitsplatz noch nicht organisiert war. Er war selbst auch noch etwas aus dem Rhythmus, ganz normaler "new year and heaps of emails" Stress eben.

Ich denke mal dass jeder weiß, wie sich die erste Woche am neuen Arbeitsplatz anfühlt - für manche ist ja schon die Rückkehr aus dem Urlaub Grund zur Krise Man muss sich damit abfinden, dass einige Dinge erst detailliert erklärt werden müssen und man eher Belastung als Hilfe ist. Im Laufe des ersten Tages erhielt ich dann aber doch noch einen Laptop, der mich an das Netzwerk anschließt, ein eigenes Abteil im Großraumbüro und das Auto! Es ist ein silberner Ford Taurus geworden - schon eher Mittelklasse als Kleinwagen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch viel Kratzen bei den konstant vorherrschenden Minustemperaturen...

 To be perfectly honest with you - die erste Woche war eine emotionale Achterbahn. Ich hatte einen Tag, an dem alles glatt zu laufen schien; an dem ich viele neue, nette Leute kennen gelernt habe und alle anderen Vorhaben gelangen. An anderen Tagen kam mir einfach alles total irrsinnig und fremd vor und ich fühlte mich unwohl. Dass es immer noch um fünf bereits dunkel ist und die Temperaturen nicht gerade zu Unternehmungen einladen, hilft auch nicht besonders. Doch das kenne ich aus meinen ersten Tagen in Neuseeland - wenn man den ersten Monat überlebt, dann kann man jeden weiteren Monat locker um kriegen. Kommt noch dazu, dass ich zur ungünstigsten Jahreszeit angekommen bin, nämlich wirklich mitten im Winter. Von Neuseeland bin ich da wirklich anderes gewohnt.

Auch mit diesem "Alleine-Wohnen" muss man klarkommen. Natürlich sind da noch die anderen Leute, die gerne das Bad belegen, alle Küchenutensilien für sich beanspruchen und einfach viel bessere Sachen kochen als man selbst - und doch fällt auf einmal alles auf dich zurück. Wäsche waschen, Kochen, Putzen, Tanken, Einkaufen, Rechnungen bezahlen, ... Das ist für jedes Kind das auszieht erst einmal komisch, doch diese Erfahrung dann auch direkt im Ausland zu machen ist schon heavy, sogar für mich. Zum Glück weiß ich ja, dass diese Anfangsphase schwierig ist und man einfach versuchen muss, das Beste draus zu machen. Denn irgendwann kommt der Wendepunkt, da bin ich mir 100%ig sicher.

In der Zwischenzeit kümmere ich mich hier vor Ort noch um so wunderbare Sachen wie Steuernummer beantragen, Konto eröffnen und so andere, superspaßige Sachen. Sobald ich dann auch mein erstes Gehalt bekommen kann, werde ich wahrscheinlich mehr "relaxed" sein.

Eine Sache ist mir auf jeden Fall sofort klar geworden: USA wird eine völlig andere Erfahrung sein als Au-pair in Neuseeland. Ich hatte viel mehr Freizeit, das Wetter war etwas gnädiger zum Thema Ausflüge und einige Aufgaben hat meine Gastfamilie mir abgenommen. Also seid bitte nicht enttäuscht, wenn die Berichte nicht so bunt, abenteuerlustig und aufregend werden wie die Neuseeland Verteiler.

Ich werde auch versuchen, im Februar an meiner Arbeit zu schreiben die ich am Ende für die Uni abgeben muss. Mit einem vorgegebenen Mindestumfang von 30 Seiten ist das schon so eine kleine Bachelorarbeit und ich werde dann wahrscheinlich das ein oder andere Wochenende damit verbringen, mir in Detroit an der Uni-Bibliothek oder hier in der Nähe Literatur zu beschaffen und an dem Ding zu schreiben.

 Die Arbeit in der ersten Woche war bisher sehr angenehm muss ich sagen. Als ich meine ersten beiden Praktika im letzten Jahr angefangen habe, war die erste Woche meistens der totale Overkill. Die Kollegen sind dort alle supernett, freundlich und hilfsbereit und ich werde da wirklich unter deren Fittiche genommen. Was Projekte angeht, ist da bei thyssenkrupp Not am Mann und ich habe deswegen auch schon einiges auf meinem Tisch. Als ich die Unterlagen das erste Mal durchgesehen habe, dachte ich nur: Oh Mann, zu blöd dass ich noch kein Marketing Modul in der Uni gehabt habe. Gestern habe ich dann schon ein erstes Feedback Gespräch mit Andrew geführt und ihm einige von meinen Ergebnissen präsentiert. Er war auch ganz angetan davon- da hab ich mir selbst mal auf die Schulter geklopft.

Meine Mitbewohner sind ansonsten sehr angenehme Leute. Karen, das hatte ich ja schon erwähnt, ist wirklich total nett und wir kommen gut miteinander aus. Heute werde ich auch mit ihr und noch einem anderen Mädel, Nicole, das sie auch hier kennen gelernt hat, etwas unternehmen. Da es heute sogar 7 Grad werden, fahren wir nach Detroit und machen eine downtown walking tour. Das Beste daran: Es ist kostenlos! Heute Abend geht bestimmt auch noch irgendwo was (für mich natürlich nur alkoholfrei) und morgen früh wollen Karen, Nicole und noch ein anderes Mädel und ich in Royal Oak brunchen gehen.

Mit Andrew, einem von meinen amerikanischen Mitbewohnern, verstehe ich mich auch sehr gut. Er setzt sich abends immer zu uns Mädels in Wohnzimmer und wir schauen zusammen Fernsehen und quatschen. Das ist eine schöne Routine, an die ich mich gerne gewöhne. Fabian, der dritte Deutsche im Bunde, ist auch nett aber sehr viel unterwegs. Wenn er kocht, schaue ich ihm immer ganz neidisch über die Schulter und denke mir: Warum ist mir das nicht eingefallen? Ich sag nur Kokosmilch-Curryhähnchen auf Reis... und er backt sogar sein eigenes Brot! Naja, dafür kann ich mir hoffentlich eine Menge von ihm abgucken. Adrian, der fünfte im Bunde, ist ein bisschen wie ein Geist. Man sieht ihn eigentlich nie, da er nach der Arbeit oft bis spät aus ist - ob zum Essen oder im Kasino - und ansonsten ist er auch eher ungesellig.

Sobald es mehr News gibt werde ich versuchen, die Zeit zu finden davon zu berichten. Ansonsten freue ich mich über den regen WhatsApp, E-Mail und Facebook Kontakt mit euch!

Ganz liebe Grüße und greetings from America,

Charlotte

9.1.16 10:35, kommentieren

Werbung


03.01.2016 - Ankunft und erster Eindruck

Hallöchen Ihr Lieben!

 Ich habe es versprochen und mache es hiermit wahr: meinen Blog über die Zeit in den USA!

Nach den sehr komplizierten und nervenaufreibenden Vorbereitungen, die ich für mein Visum vornehmen musste, habe ich es wirklich geschafft. Ich konnte ohne Probleme - jedoch mit einer Menge Wartezeit - in die USA einreisen.

Bei meiner Landung in Detroit empfing mich ein klarer, blauer Himmel und Sonnenschein bei circa 2 Grad. Ich wurde am Flughafen von meiner Mitbewohnerin Karen abgeholt. Sie kommt aus München und macht seit vier Wochen hier Praktikum bei Ernst&Young. Wir fuhren dann sofort raus aus der Stadt und auf den Highway Richtung Norden. Thyssen Krupp sitzt nicht direkt in Detroit sondern in einem der Außenbezirke, die offiziell nicht zur Stadt gehören. Wenn man wollte, könnte man vom Ratingen Detroits sprechen Das Haus, in dem ich mit noch fünf anderen jungen Leuten wohne, ist ungefähr zehn Autominuten von der Arbeit entfernt und liegt in der Stadt Royal Oak, 10 Meilen außerhalb von Detroit.

Dort angekommen bekam ich eine ausführliche Hausführung und stellte das Gepäck in meinem Zimmer im ersten Stock ab. Das Haus wurde in den frühen 60er Jahren gebaut und sieht von außen relativ klein aus, ist aber innendrin dafür umso geräumiger. Die Zimmer sind alle parkettverlegt, offen und verwinkelt. Es gibt sogar einen ziemlich großen Keller, was mich sehr überrascht hat. Wir fuhren dann direkt im Anschluss zu Walmart, um mir eine US- Simkarte zu kaufen und danach zu ALDI, damit ich auch etwas zu essen hatte. Dort lief ich etwas kopflos durch die Gänge, denn was kauft man alles ein, wenn man bei Null anfängt? Im Endeffekt habe ich vermutlich nur einzelne Dinge gekauft, die alle überhaupt nicht zusammen passen. Naja - Hauptsache es gibt Nudeln!

Abends war Karen zum Essen verabredet und verabschiedete sich gegen halb acht. Da die Jungs alle erst heute Abend aus ihren Weihnachtsferien zurückkommen, war ich dann alleine im Haus. Doch da es in meinem Kopf gefühlt drei Uhr nachts war, packte ich nur noch meinen Klamotten aus dem großen Koffer und ging um 21 Uhr Ortszeit ins Bett. Zu meinem Zimmer gehört ein Einbauschrank im Flur, direkt gegenüber von meiner Tür. Denn der Raum ist relativ klein und wird hauptsächlich von dem ein Meter HOHEN Doppelbett eingenommen. Vor dem Fenster steht eine Kommode mit Schubladen und gegenüber ein Schreibtisch, doch für einen Schrank reichte der Platz dann nun wieder nicht.

Heute morgen wurde ich demnach früh wach, habe geduscht und gefrühstückt. Meine Vermieterin kam gegen elf Uhr vorbei, zeigte mir noch einige Dinge im Haus und ich unterschrieb meinen Mietvertrag bis Ende Mai . Eigentlich sollte mein Ansprechpartner und direkter Chef bei Thyssen, Andrew, mich abholen um mir das Firmenauto zu übergeben, das ich während der Zeit fahren darf. Denn ohne Auto geht hier NICHTS! Schließlich sind wir in unmittelbarer Nähe von der Autostadt Detroit. Es gehört sozusagen wie selbstverständlich zum alltäglichen Leben eines jeden, der legal Auto fahren darf. Das geht sogar so weit, dass es teilweise überhaupt keine Bürgersteige, geschweige denn öffentliche Verkehrsmittel gibt.

Es gab jedoch irgendein Problem, sodass ich den Wagen erst morgen bekomme und an meinem ersten Arbeitstag morgens zuhause abgeholt werde. Das ist mir, wenn ich ehrlich bin, sowieso lieber. In den nächsten Tagen werde ich noch die ein oder andere Sache für mein Visum erledigen müssen, doch sobald ich mein Auto habe, wird das denke ich relativ entspannt und leicht zu machen sein.

Durch den weggefallenen Autotermin habe ich also heute etwas Ruhe und konnte mich direkt an meinen Blog setzen - was habt ihr doch für ein Glück! Ich bin schon sehr gespannt auf meine drei anderen Mitbewohner. Karen ist auf jeden Fall schon mal total nett und hilfsbereit. Mit dem anderen Praktikanten, Fabian, habe ich im Vorfeld auch schon geschrieben und ich denke, dass die beiden Amis, Adrian und Andrew, die ich noch gar nicht kenne, auch angenehme Mitbewohner sein werden. Das habe ich jedenfalls schon gehört. Mit Sicherheit müssen wir Mädels aber einen ordentlichen Plan zum Thema putzen, spülen und aufräumen erstellen.

Bisher habe ich einen sehr positiven Eindruck von meinem neuen Heim und der Umgebung - die aber doch sehr "typical american" ist. Breite Highways, überdimensionale Supermärkte, große Autos, an jeder Ecke eine Tankstelle oder zumindest ein kleiner Coffeeshop. Alles ist in der Tat eine Nummer größer.

Durch mein Zusammenleben mit anderen Praktikanten (Andrew und Adrian sind glaube ich Studenten) werde ich direkt schon ein paar Leute kennenlernen, mit denen ich mich gut austauschen und anvertrauen kann. Das wird die Anfangsphase sicherlich enorm erleichtern und die Unsicherheit, die man ja doch alleine an einem völlig neuen Ort im Ausland verspürt, abbauen. Manchmal will man ja doch ein wenig an die Hand genommen werden

Alles in allem bin ich aber froh, dass es morgen schon losgeht und ich mich schnell in meine Aufgaben im Team einfinden kann. Und letztendlich bin ich ja auch nicht nur zum Spaß hier (!) sondern muss auch anfangen, an meiner Praxisarbeit zu schreiben. Die Abgabe muss erst bei Uniwiederbeginn im Juni erfolgen, aber es kann nicht schaden, früher als später mit der Recherche anzufangen!

Gerade zum jetzigen Zeitpunkt, in dem die Temperaturen höchstens gerade so über den Gefrierpunkt steigen, kann ich die Wochenenden ohnehin besser zur Arbeit als für große Unternehmungen nutzen. Erst bei Frühlingsanbruch lohnt es sich, mal nach Chicago oder zu den Niagarafällen zu fahren ... und dann ist auch mehr Geld dafür vorhanden!

So weit kann ich also sagen, dass ich gut und sicher an meinem Ziel angekommen bin und auch so nett empfangen wurde, dass das mentale Ankommen nicht allzu lange dauern sollte. Bis ich mich an meine Routine gewöhnt habe, mache ich einfach weiter Checklisten :D

Ganz liebe Grüße aus dem kalten Michigan,

Eure Charly/Charlotte/Charlet

 

P.S. Fotos folgen dann erst später - von Schnee und Eis :D

1 Kommentar 3.1.16 21:24, kommentieren